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Käse-Spotmärkte ziehen kräftig an, obwohl das Angebot reichlich bleibt

Mozzarella und Gouda wurden in Europa rar, US-Cheddar-Blöcke stiegen nach zwei Rückrufen in wenigen Tagen um rund 18 %. Die Fundamentaldaten sind unverändert.

Jasper Endlich
Jasper EndlichAnalyst für Milchprodukte und Öle
30. Oktober 20261 Min. Lesezeit

An den Fundamentaldaten des Käsemarkts hat sich nichts geändert. Das Angebot ist stabil bis leicht steigend, die Nachfrage bestenfalls stabil, und genau das erklärt, wo Käse preislich steht. Den Spotmarkt hält das alles nicht auf.

In den vergangenen Wochen sind die Preise auf beiden Seiten des Atlantiks sprunghaft gestiegen. In Europa ließen sich Mozzarella und Gouda deutlich schwerer beschaffen. Beim CME Spot Call stiegen die Cheddar-Blöcke in weniger als einer Woche um rund 18 %. Beide Bewegungen gingen auf Einkäufer zurück, die ohne Deckung dastanden: in den USA, nachdem zwei Cheddar-Rückrufe sie auf die Suche nach Ersatzware geschickt hatten, in Europa, weil der für das vierte Quartal erwartete günstige Mozzarella ausblieb.

Die Festigkeit in Europa ist im Kern eine Milchfrage. Zu Beginn des vierten Quartals ist Käse saisonbedingt knapper, doch zugleich ließ sich Milch zuletzt als Rahm und Magermilchkonzentrat besser verwerten als zu Käse. Die Hersteller produzierten weniger Käse und verkauften mehr Flüssigware. Das ist das Gegenteil dessen, was Einkäufer erwartet hatten: Sie gingen davon aus, dass mehr Milch auch mehr Käse bedeutet. Die Emmentalerpreise sind dem übrigen Käsemarkt nach oben gefolgt, ohne ihn anzuführen, und der Cheddarmarkt hinkt hinterher: Die Verfügbarkeit ist zwar knapper, doch der Großteil des Bedarfs ist bereits gedeckt.

Binnen eines Monats hat Mozzarella den Markt erst nach unten und nun nach oben angeführt. Am Spotmarkt ist kaum noch Ware übrig, und die Hersteller halten sich mit Terminverkäufen zurück. In den USA liegt der Fall anders: Das Produktionswachstum sorgt dafür, dass reichlich Ware verfügbar bleibt, und bei so hohen Lagerbeständen dürfte sich die Rally kaum halten lassen.

Die vollständige Analyse des Käsemarkts finden Sie hier.