MilchprodukteUSA

US-Butterbestände bauen sich nur halb so schnell ab wie im Vorjahr

Butter verließ die US-Lager halb so schnell wie im Vorjahresherbst, obwohl sie billiger war. Vor den Feiertagen liegen die Bestände 16,5 % über dem Vorjahr.

Jasper Endlich
Jasper EndlichAnalyst für Milchprodukte und Öle
30. Oktober 20262 Min. Lesezeit

Laut dem Cold-Storage-Bericht des USDA lagen die US-Butterbestände Ende September bei 295,7 Millionen Pfund, 16,5 % über dem Vorjahr. Wichtiger als die Zahl selbst ist das Tempo, das dahintersteht.

Üblicherweise erreichen die Bestände im späten Frühjahr ihren Höchststand und werden im Herbst abgebaut, wenn die Nachfrage für das Backen zu den Feiertagen anzieht. Das geschieht auch jetzt, nur deutlich langsamer. Zwischen Ende Juli und Ende September verließen 36,7 Millionen Pfund die US-Lager, gegenüber 77,6 Millionen im Vorjahr, 49,5 Millionen 2024 und 62,7 Millionen 2023. Ende Juli lagen die Bestände praktisch gleichauf mit dem Vorjahr, zwei Monate später war der Abstand auf 41,8 Millionen Pfund angewachsen.

Bemerkenswert wird das erst vor dem Hintergrund der Preise. Der kräftige Abbau im vergangenen Herbst fiel in eine Phase, in der die CME-Spotnotierung für Butter Woche für Woche nachgab, sodass die Einkäufer die immer günstigere Ware abnahmen, sobald sie verfügbar war. In diesem Jahr waren die Preise schon vor der Abbausaison gefallen, die Butterpreise liegen unter dem Vorjahresniveau, und trotzdem sinken die Bestände nur halb so schnell. Bei einer um 2,6 % höheren US-Milcherzeugung im September fehlt es nicht an Rahm für die Verbutterung.

Folgt der Rest des Jahres dem Abbau von September bis Dezember im Vorjahr, schließen die USA 2026 mit rund 230 Millionen Pfund auf Lager ab, 22 % mehr als im vergangenen Dezember. Selbst das schnellere Tempo von 2024 würde noch etwa 207 Millionen übrig lassen.

Die Käsebestände gingen etwa so stark zurück wie vor einem Jahr, doch die Zusammensetzung hat sich verschoben: Die Bestände an Käse nach amerikanischer Art sanken mehr als doppelt so stark wie im September des Vorjahres und liegen 1,6 % unter dem Vorjahr, während die Bestände der übrigen Käsesorten weiter aufgebaut wurden und nun 7,7 % über dem Vorjahr liegen.

Die vollständige Analyse des US-Milchmarkts finden Sie hier.