Fleisch & GeflügelUSA

LEAP erwartet für 2027 um 15 % bis 20 % höhere US-Brustfleischpreise

Das US-Broilerangebot wächst langsamer, die Gefrierbestände an Brustfleisch liegen auf einem Zweijahrestief, und LEAP sieht 2027 Raum für höhere Preise.

Megan Hidden
Megan HiddenMarketing-Koordinatorin
16. Oktober 20262 Min. Lesezeit

Die Expansion der US-Broilerbranche verlangsamt sich weiter, doch die Integratoren haben die Produktion noch nicht so weit zurückgefahren, dass eine Schrumpfung einsetzt. Die Kükeneinstallungen beliefen sich in der Woche bis zum 3. Oktober auf 189,7 Millionen und lagen damit 2,4 % über der Vorjahreswoche, während die rollierende Sechswochensumme von 1,16 Milliarden ein moderateres Plus von 0,5 % zeigt, so LEAP Market Analytics (LMA). Die Bruteiereinlagen liegen über die vergangenen sechs Wochen 1,5 % über dem Vorjahr, was auf ein ähnliches Wachstum der Einstallungen bis weit in den Herbst hindeutet.

LMA erwartet, dass die Hähnchenproduktion auf bratfertiger Basis den Winter über weiterhin um 1,0 % oder mehr wächst, wäre aber überrascht, wenn sich dieses Tempo für den Rest des Jahres 2027 hielte. Das Angebot dürfte sich im kommenden Jahr aus Sicht von LMA neutral bis leicht preisstützend entwickeln.

Brustfleisch hat sich besser gehalten als der Rest des Tieres

Die Preise für Hähnchenbrust ohne Knochen und Haut haben die Verkäufer in diesem Jahr enttäuscht, doch die Auswertungen von LMA zeigen, dass sie sich besser gehalten haben als die übrigen Zerlegeteile. Im Vergleich der Jahresdurchschnitte würde Brustfleisch knapp über 1,30 USD je Pfund (USDA) normalerweise zu einem gewichteten Broiler-Zerlegewert deutlich über 0,80 USD passen. In diesem Jahr liegt der Zerlegewert im Schnitt bei fast genau 0,80 USD, was zeigt, wie stark Innenfilets und Hähnchenflügel den gesamten Komplex belastet haben.

Die Nachfrage nach Brustfleisch war im Quartal Juli bis September schwach, mit einem der niedrigsten saisonbereinigten Werte des vergangenen Jahrzehnts. Dass die Preise so spät im Herbst nur langsam nachgeben, deutet dennoch auf eine leicht verbesserte Nachfrage hin. Die gefrorenen Brustfleischbestände sanken Ende August auf 205,5 Millionen Pfund, die kleinste Monatsendmenge seit genau zwei Jahren und 10 % weniger als ein Jahr zuvor. Sie liegen damit allerdings weiterhin leicht über dem Fünfjahresdurchschnitt.

Der Ausblick auf 2027

Da sich Angebot und Nachfrage auf dem Weg ins Jahr 2027 beide preisstützender entwickeln, hält LMA einen Anstieg der Brustfleischpreise um 15 % bis 20 % im kommenden Jahr für eine realistische Prognose. Bei ganzen Hähnchen ist die Vergleichsbasis aus 2026 höher, doch auch hier sieht LMA klaren Spielraum für einen Preisanstieg von mindestens 5 %. Die vollständige Analyse enthält die Grafiken von LMA zu den Einstallungen, zum Zerlegewert und zu den Kühlhausbeständen.