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Europas Kakaovermahlung erstmals seit 2024 wieder im Plus

Die Q3-Vermahlungszahlen zeigen Europa nach zwei Jahren Rückgang wieder im Plus und Asien mit Rekordmengen, doch Kakao-Futures reagierten auf beides kaum.

Justine Rayne White
Justine Rayne WhiteAnalystin für Kakao und Schokolade
21. Oktober 20261 Min. Lesezeit

Europa hat im dritten Quartal 3,2 % mehr Kakao vermahlen als ein Jahr zuvor. Das ist das erste Plus im Vorjahresvergleich seit 2024 und möglicherweise ein Zeichen, dass der lange Rückgang nach den Preisspitzen von 2023/24 seinen Boden gefunden hat. Asien legte noch stärker zu: Die Cocoa Association of Asia meldete für die Vermahlung ein Plus von 29 % gegenüber dem Vorjahr und damit ein Rekordvolumen. Nordamerika entwickelte sich gegenläufig und lag 2,5 % im Minus, wobei sich die Zahl der meldenden Betriebe verändert hat.

Ob hinter dem Anstieg in Europa eine Lagerauffüllung zu günstigeren Bohnenpreisen oder echtes Nachfragewachstum steckt, ist schwer zu sagen, und der Ausblick für Schokoladenwaren bleibt schwierig. Die Nachfrage konsolidiert sich, statt Schwung für einen Durchbruch zu sammeln, und die Kakao-Futures spiegelten das wider: Sie stiegen im Wochenvergleich nur geringfügig und blieben in der Spanne, in der sie sich seit vier Monaten bewegen. Die Positionierung der Fonds ist seit mehreren Wochen nahezu unverändert. Ohne einen größeren fundamentalen Impuls und bei interessanteren Bewegungen an anderen Rohstoffmärkten bleiben neue Marktteilnehmer fern.

Die Nachrichten von der Angebotsseite fielen gemischt aus. Das Wetter in Westafrika war in der Elfenbeinküste überwiegend günstig und in Ghana trockener, und ein sich verstärkender El Niño erhöht das Risiko für die bevorstehende Harmattan-Saison. Die ivorischen Anlieferungen liegen unter dem Vorjahr, doch der frühe Saisonbeginn erschwert den Vergleich. Ecuador exportierte im September kräftig, was die kurzfristige Verfügbarkeit verbesserte, wobei die übermäßigen Regenfälle dort das Krankheitsrisiko auf Sicht von sechs bis acht Monaten erhöhen. Kakaopulver legte am Spotmarkt im Wochenvergleich zu, während die Ratios für Kakaomasse und Kakaobutter stabil blieben.

Die EUDR-Frist für große und mittlere Unternehmen läuft am 30. Dezember ab.

Die vollständige Analyse des globalen Kakaomarkts finden Sie hier.