Der US-Markt für Eier ist aus dem Tief von Mitte September in eine Erholung übergegangen. Die landesweiten USDA-Großhandelspreise für große weiße Eier aus Käfighaltung stiegen zwischen dem 16. und dem 30. September um 30,6 %. Mit dem kühleren Wetter wird zu Hause wieder mehr gekocht, gebacken und gefrühstückt, die Aktionen im Einzelhandel haben endlich angezogen, und Mexiko und Kuba kaufen rege zu und nehmen Mengen vom Markt. Der Anstieg begann auf sehr niedrigem Niveau, sodass die Preise noch deutlich unter dem Vorjahr liegen, doch inzwischen zieht der Markt nachfragegetrieben an, statt sich nur zu behaupten.
Bislang steht die Erholung auf einer schmalen Basis. XL-, große und mittlere Eier zogen in der Woche bis zum 25. September an, die ersten echten Zuwächse seit dem Hoch im Juli, während käfigfreie weiße und braune Eier unverändert blieben. Das Angebot ist reichlich: Der Legehennenbestand lag am 1. September um 5 % über dem Vorjahr, was den Spielraum nach oben begrenzt. Die Vogelgrippe ist das Risiko, das dies schnell ändern könnte. Die US-Behörde APHIS verzeichnete binnen einer Woche acht neue Ausbrüche, sechs davon in Minnesota und überwiegend in kommerziellen Putenbetrieben, womit die Zahl der betroffenen Herden innerhalb von 30 Tagen auf 20 stieg. In diesem Zeitraum wurde in keinem kommerziellen Legehennenbetrieb für Konsumeier ein Fall festgestellt.
In Europa legt der Anstieg eine Pause ein, eine Trendwende ist das nicht. In den zwei Wochen bis zum 1. Oktober stiegen Eier aus Käfighaltung im Einzelhandel um 2,48 %, Eier aus Freilandhaltung um 2,78 % und Bio-Eier um 0,50 %. In Deutschland, den Niederlanden und im EU-Durchschnitt sind die Zuwächse kleiner geworden, während der Handel auf die Lageraufstockung im Oktober wartet. Unter den Eiprodukten verzeichnete Vollei, flüssig mit einem Plus von 6,99 % die stärkste Bewegung.
Die Importe deckeln die Preise im Käfig- und Industriesegment des europäischen Marktes. Die Einfuhren von Eiern aus Drittländern lagen im ersten Halbjahr 2026 um mehr als vier Fünftel über dem Vorjahr, wobei die Ukraine der größte Lieferant war und die Türkei von nahezu null auf Platz zwei vorrückte. Keine der beiden Herkünfte lindert den Mangel an Eiern aus Freilandhaltung und Bio-Eiern in Westeuropa, und Frankreich bleibt der knappste Markt: Den Packstellen fehlen weiterhin Eier aus Bodenhaltung und Eier aus Freilandhaltung.
Vesper erwartet, dass die europäischen Preise allmählich steigen, angeführt von Bio- und Freilandeiern, während Käfigeier und Eier für die Verarbeitung dank des Importangebots stabiler bleiben. In den USA dürfte der Markt bis ins vierte Quartal hinein moderat fester tendieren. Die vollständige Analyse behandelt die Lage bei den Futterkosten und die Vorbereitungen der Verarbeiter auf den Winter.


