Molkenprotein ist in der Sportnahrung lange der Standard gewesen, wegen seiner schnellen Aufnahme, ideal für den Markt nach dem Training, auf dem es seinen Ruf aufgebaut hat. Doch bei seit mehreren Jahren erhöhten Preisen und einer durchschnittlichen Proteinkundschaft, die längst nicht mehr nur aus Trainierenden besteht, formulieren Marken zunehmend um und setzen auf Mischungen statt auf Molke allein.
Die Liste der Zutaten, die in diesen Mischungen auftauchen, ist lang: Milchproteinkonzentrat 85, Milchproteinisolat 90, Eialbumin, mizellares Kasein, Calcium-Kaseinat, ultrafiltrierte Milch sowie niedrigere Qualitäten von Molkenproteinkonzentrat wie WPC70, WPC60 und WPC50. Pflanzliche Proteine wie Erbse, Soja und Reis erscheinen seltener, gebremst vom Geschmack, doch die aus Milch gewonnenen Alternativen bringen einen Proteingehalt nahe WPC80 oder sogar Molkenproteinisolat zu einem Bruchteil des Preises, teils zur Hälfte.
Die Verschiebung läuft noch und ist nicht abgeschlossen. Die Produzenten haben weiter Molkenkapazität aufgebaut, während Abnehmer nach Wegen daran vorbei suchen, und wo sich das daraus ergebende Gleichgewicht aus Angebot und Nachfrage einpendelt, dürfte sich in den kommenden Wochen klarer zeigen.
Der zugrunde liegende Milchmarkt trägt das Seine dazu bei, den Druck auf molkenlastige Rezepturen aufrechtzuerhalten. US-Butter fiel im Wochenvergleich um weitere 5 %, da das globale Milchfettangebot reichlich bleibt, ein Rückgang, den ein erneuter Preisrutsch bei der GDT-Auktion dieser Woche verstärkte. NFDM bewegte sich in die Gegenrichtung und legte im Wochenvergleich um 5 % zu, da Verarbeiter zunehmend den Verkauf frischer und ultrafiltrierter Milch dem Weg durch den Trockenturm vorziehen. Diese Spaltung zwischen fallenden Fettpreisen und festeren Proteinpreisen bei Milchpulver spiegelt ein Muster wider, das sich schon früher in diesem Jahr zeigte, als es mehrere Monate dauerte, bis sich das Gleichgewicht auflöste.
Für Einkäufer, die weiterhin auf Molke setzen, lohnt sich ein genauer Blick auf den Reformulierungstrend um sie herum: Jede Marke, die auch nur einen Teil ihres Molkenanteils erfolgreich ersetzt, verändert die Nachfrageseite eines Marktes, dem es bislang an Entlastung fehlt.


