Für die Milchwirtschaft und die Sportnahrung ist es eine erfreuliche Entwicklung: Vesper führt den ersten Preis-Benchmark für MPC70 (Milchproteinkonzentrat mit 70 % Proteingehalt) für den europäischen und den US-Markt ein. Als führender Anbieter von Marktinformationen leistet Vesper damit erneut Pionierarbeit für Transparenz in einem bislang undurchsichtigen Markt und hilft Einkäufern und Verkäufern, die Preisentwicklung dieser entscheidenden Zutat klarer zu erfassen. Der MPC70-Preis wird jeden Mittwoch aktualisiert, sodass Marktteilnehmer stets über die aktuellsten und verlässlichsten Daten verfügen.
Warum MPC70?
MPC70 ist eine zentrale Zutat für proteinreiche Milch- und Ernährungsprodukte, hatte bislang aber keinen Preis-Benchmark, weil der Markt eine Nische ist. Der Aufwand für die Beschaffung verlässlicher Preisdaten und die vergleichsweise geringe Marktgröße machten es für die meisten Datenanbieter unattraktiv, Ressourcen in einen Benchmark zu investieren. Vereinfacht gesagt: Die Kosten für Recherche und die Beschaffung genauer Daten übersteigen häufig den wahrgenommenen Nutzen.
Vespers weitreichendes Netzwerk, aufgebaut über Jahre der Marktanalyse zu Milchrohstoffen wie Molkenpermeat, Laktose und WPI, hat es uns jedoch ermöglicht, diese Aufgabe anzunehmen. Indem wir das gemeinsame Engagement unseres Netzwerks für mehr Markttransparenz nutzen, haben wir nun den ersten Benchmark für MPC70 geschaffen. Vesper will außerdem über Preise für die großen Rohstoffe hinausgehen und das Angebot auf Derivate und Nischenprodukte ausweiten, um den unterschiedlichen Anforderungen aller Marktteilnehmer gerecht zu werden.
Grobe Schätzungen zur Ermittlung des MPC70-Preises
Weil ein standardisierter Benchmark fehlte, waren Unternehmen bislang auf grobe Schätzungen angewiesen, um MPC70-Preise zu berechnen. Einkäufer nutzten dafür üblicherweise die Preise für Magermilchpulver. Die Gründe:
- Ähnliche Produktionsherkunft: Magermilchpulver und MPC70 werden beide aus Magermilch gewonnen und durchlaufen besonders in den ersten Schritten ähnliche Produktionsprozesse. Das macht Magermilchpulver zu einem naheliegenden Referenzpunkt für Einkäufer.
- Proteingehalt und Austauschbarkeit: Magermilchpulver enthält rund 35 % Protein, MPC70 dagegen 70 % Protein, also etwa das Doppelte. Wegen dieses höheren Proteingehalts wenden Einkäufer häufig einen Multiplikator auf den Preis von Magermilchpulver an, um den MPC70-Preis zu schätzen. Da beide Produkte aus der Milchverarbeitung stammen, können sie in bestimmten Rezepturen je nach Proteingehalt zudem austauschbar sein, wobei für proteinreiche Anwendungen in der Regel MPC70 bevorzugt wird.
- Fehlende Marktdaten: Bis Vesper einen Benchmark einführte, gab es keinen direkten oder transparenten Marktpreis für MPC70. Einkäufer mussten sich an den Preisen für Magermilchpulver orientieren und für die zusätzliche Verarbeitung sowie den höheren Proteingehalt von MPC70 einen Zuschlag ansetzen.
Beispielrechnung Um zu veranschaulichen, wie Einkäufer den MPC70-Preis traditionell berechnet haben, nehmen wir den aktuellen Preis für Magermilchpulver von 2.530 EUR/mt. Da Magermilchpulver etwa 35 % Protein enthält und MPC70 70 %, würden Einkäufer den Preis für Magermilchpulver mit 2 multiplizieren, um den MPC70-Preis zu schätzen. Also: MPC70-Preis = 2.530 EUR/mt x 2 = 5.060 EUR/mt.
Bei MPC70 fallen im Vergleich zu Magermilchpulver in der Regel höhere Verarbeitungskosten an, weil zusätzliche Schritte nötig sind, um den Proteingehalt auf 70 % zu konzentrieren. Diese Kosten entstehen im Prozess der Proteinkonzentration, bei dem Wasser und andere nicht proteinhaltige Bestandteile entfernt werden, üblicherweise durch Ultrafiltration und Sprühtrocknung. Diese Schritte erfordern mehr Energie, Personalaufwand, Anlagenwartung und Produktionszeit, weshalb die Herstellung von MPC70 teurer ist als die von Magermilchpulver.
Bei einem angenommenen zusätzlichen Verarbeitungsaufschlag von 20 % ergibt sich folgende Rechnung:
- Verarbeitungsaufschlag: 5.060 EUR/mt (Basispreis) x 20 % = 1.012 EUR/mt
- Endgültiger MPC70-Preis inklusive Verarbeitungskosten: 5.060 EUR/mt + 1.012 EUR/mt = 6.072 EUR/mt.
Diese Schätzung liegt 228 EUR/mt unter dem tatsächlichen MPC70-Preis von 6.300 EUR/mt, den der Vesper Price Index am 25. September 2024 ausgewiesen hat, siehe Abbildung unten.
Abbildung 1: Preise für Magermilchpulver und MPC70 in Europa laut Vesper Price Index in EUR/mt
Die Rechnung liefert zwar eine plausible Schätzung, gibt den tatsächlichen Preis-Benchmark aber nicht vollständig wieder. Und die 20 % dienen nur als Beispiel: Der reale Verarbeitungsaufschlag kann je nach Region, Produktionseffizienz und Marktlage zwischen 10 und 30 % liegen.
Warum die Berechnung des MPC70-Preises über Magermilchpulver nicht immer zuverlässig ist
Magermilchpulver und MPC70 haben zwar eine gemeinsame Herkunft, unterliegen aber unterschiedlichen Angebots- und Nachfragedynamiken. Genauer gesagt: Beide Produkte entstehen aus demselben Rohstoff Magermilch, sodass Hersteller sich zwischen der Produktion von Magermilchpulver und MPC70 entscheiden müssen. Wird mehr Magermilchpulver produziert, sinken dessen Preise wegen des größeren Angebots tendenziell, während die MPC70-Preise steigen, weil das Angebot an MPC70 knapper wird. Wegen dieses umgekehrten Zusammenhangs ergibt eine einfache Multiplikation des Preises für Magermilchpulver mit einem Faktor (etwa 2) plus Produktionskosten nicht immer ein zutreffendes Bild des MPC70-Marktpreises.
Hinzu kommt: MPC70 und Magermilchpulver haben unterschiedliche Verwendungszwecke und sind nicht immer austauschbar. MPC70 wird für proteinreiche Anwendungen in der Sportnahrung bevorzugt, Magermilchpulver kommt häufiger in Rezepturen mit geringerem Proteingehalt zum Einsatz. Mit der wachsenden Nachfrage nach spezialisierten, proteinreichen Produkten können sich die Preise von MPC70 und Magermilchpulver weiter auseinanderentwickeln, getrieben von unterschiedlichen Marktkräften und Anwendungen.
Warum Sie dem MPC70-Preis aus dem Vesper Price Index vertrauen können
Mit dem ersten Preis-Benchmark für MPC70 von Vesper sind Unternehmen nicht mehr auf grobe Rechnungen oder Vermutungen angewiesen. Unsere hauseigene Methodik stellt sicher, dass die von uns veröffentlichten Preisdaten zutreffend und marktrepräsentativ sind. So können Sie wirksam verhandeln und strategisch planen.
Unsere Methodik im Einzelnen:
- Preisdaten erheben: Wir sammeln Daten bei einem breiten Kreis von Marktteilnehmern, darunter Käufer, Verkäufer, Händler und Broker, über mehrere Kanäle wie E-Mail und API.
- Daten prüfen: Jede Preisangabe wird auf Richtigkeit und Konsistenz geprüft, indem wir sicherstellen, dass die Datenlieferanten aktiv am Markt teilnehmen und erhebliche Handelsvolumina bewegen.
- Daten abgleichen: Wir vergleichen alle erhobenen Angaben, um unter Berücksichtigung verschiedener Branchenperspektiven einen ausgewogenen, marktrepräsentativen Preis zu bilden.
- Preise laufend validieren: Wir stehen fortlaufend im Austausch mit Marktteilnehmern, damit alle Daten die Marktlage in Echtzeit widerspiegeln und Ausreißer weniger Gewicht bekommen.
- Modus berechnen: Wir verwenden den Modus, also den häufigsten Preis unter allen Angaben, um extreme Hoch- und Tiefwerte zu dämpfen und einen belastbaren Endpreis zu erhalten.
- Preis veröffentlichen: Nach Validierung und Berechnung wird der Preis im Vesper Price Index (VPI) veröffentlicht und regelmäßig aktualisiert, damit die Daten aktuell und verlässlich bleiben.
Mit diesen Schritten stellt Vesper sicher, dass der veröffentlichte MPC70-Preis ein transparenter und verlässlicher Benchmark ist, der die Erkenntnisse liefert, die Sie brauchen, um in der Milchwirtschaft und der Sportnahrung wettbewerbsfähig zu bleiben.
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