Die Futures für Kakaobohnen an der ICE EU fielen im Wochenverlauf um 8,5 % und schlossen für den September-Fronttermin bei 4.075 GBP je Tonne, während der ICE-US-Kakao um 7 % auf 5.543 USD je Tonne nachgab. Beide Märkte zeigten große Bewegungen ohne viel frische fundamentale Nachrichten, was zu diesem Zeitpunkt der Saison nicht ungewöhnlich ist, auch wenn die jüngsten Tiefstände etwas Absicherungsaktivität anlockten.
Die schwächere Nachfrage ist ein Teil der Geschichte. Die Vermahlungsdaten für das zweite Quartal fielen gemischt aus: positive US-Mengen und kräftige Zuwächse in Asien, aber weiterhin schleppende Zahlen in Europa, was auf eine langsamere Nachfrageerholung hindeutet als nach früheren Preisspitzen. Zusammen mit dem Ausbleiben eines unmittelbaren Angebotsschocks und größerer Wetterstörungen hat das den Abwärtsdruck auf den Preis verstärkt.
Die größere Frage ist, wie viel Kakao an der Elfenbeinküste tatsächlich noch unverkauft liegt. Die wöchentlichen Anlieferungen beginnen sich zu verlangsamen, wie zu diesem Zeitpunkt der Zwischenernte zu erwarten, doch die Mengen liegen weiterhin über 20 % über dem Vorjahr und erreichten bis zum 9. August 1,992 Millionen Tonnen. Der Kaffee-Kakao-Rat der Elfenbeinküste hat sein Programm zum Aufkauf von Kakao aus den Lagern der Kooperativen inzwischen abgeschlossen und damit weitere 100.000 Tonnen zur Gesamtabnahme hinzugefügt. Doch die Marktschätzungen für die noch unverkaufte Menge liegen weit über dem, was dieses Programm abdeckte, und es besteht echte Unsicherheit darüber, wie viel dieser verbliebenen Ware ihre Qualität noch hält. Dieser Überhang, zusätzlich zu den hohen Anlieferungen, ist ein großer Teil dessen, was auf den Preis drückt.
Die Positionierung der Fonds spiegelt dieselbe fehlende Überzeugung: Die jüngsten CFTC-Daten für die Woche zum 4. August zeigten, dass Managed Money bescheidene 2.213 Kontrakte zu einer Netto-Short-Position von 11.914 Kontrakten hinzufügte, ungefähr auf dem Niveau, auf dem sie seit Anfang Juli liegt.
El Niño ist das Gegengewicht. Das sich verstärkende Ereignis hält die Agrarmärkte in Atem, und auch wenn die Bedingungen in Westafrika noch nicht auffällig geworden sind, schafft es über Kakao, Zucker und Kaffee hinweg einen höheren Preisboden. Ghanas Regulierungsbehörde COCOBOD hat zudem darauf hingewiesen, dass die Produktion 2026/27 wegen Wetter, Ertragszyklen der Bäume, Krankheiten und illegalem Goldbergbau, der auf Kakaoflächen vordringt, um bis zu 16 % fallen könnte, auch wenn jede Schätzung zu diesem frühen Zeitpunkt der Saison eine weite Unsicherheitsspanne trägt.
Dieser Nachrichtenartikel ist Teil einer umfassenderen Vesper-Marktanalyse zum globalen Kakaomarkt. Die vollständige Marktanalyse finden Sie unter: https://app.vespertool.com/market-analysis/3319


