Die EU-Preise für Masthähnchen gaben in Woche 43 die zweite Woche in Folge nach und liegen inzwischen deutlich unter dem 2025 erreichten Rekord, aber immer noch rund 27 % über ihrem Zehnjahresdurchschnitt. Die hohen Energiekosten dürften sie auch weiterhin über diesem Durchschnitt halten.
Der Grund ist das Angebot. Die EU-Erzeugung erreichte von Januar bis Juni 2026 in jedem einzelnen Monat einen Monatsrekord, den höchsten Stand seit mindestens 2009, und der Juli war der zweitstärkste Juli seit Beginn der Aufzeichnungen. Polen und Spanien tragen den Großteil des Zuwachses, und in Polen schlüpften im August rund 140 Millionen Broilerküken, 16,9 % mehr als im Vorjahr. Der saisonal schwächere Verbrauch im Herbst lässt wenig Spielraum, diese Mengen aufzunehmen.
In Polen ist die Lage komplizierter. Die Masthähnchenpreise sind dort auf den tiefsten Stand seit Dezember 2021 gefallen und weichen nur noch um höchstens 2 % von ihrem Zehnjahresdurchschnitt ab. Zugleich sank die polnische Erzeugung gegenüber dem Vorquartal um 13,3 %, weil seuchenrechtliche Beschränkungen für Regionen gelten, auf die mehr als die Hälfte der nationalen Produktion entfällt. Die Ware kann nicht abfließen, und auch deshalb dürften die Preise kaum weiter fallen, solange diese Maßnahmen in Kraft sind.
Auch anderswo nimmt der Seuchendruck zu. In Europa wurden in diesem Jahr 158 Ausbrüche der Newcastle-Krankheit gemeldet, so viele wie seit zwei Jahrzehnten nicht. In Spanien sind noch 27 Masthähnchenbetriebe betroffen, und in Bács-Kiskun in Ungarn wächst ein Ausbruchsschwerpunkt rasch. Mit dem einsetzenden Vogelzug sind die Vogelgrippe-Nachweise bei Wildvögeln gestiegen, und ein weiteres EU-Einfuhrverbot für brasilianisches Geflügel wird das Angebot verringern.
Die vollständige Analyse des globalen Geflügelmarkts finden Sie hier.


