Palmöl führte die Verluste in einer weiteren schwachen Woche für Pflanzenöle an. Der November-Kontrakt für Rohpalmöl an der BMD fiel um 223 MYR auf 4.556 MYR je Tonne, rund 4,7 %, während der April-Kontrakt nur 44 MYR je Tonne verlor. Der Markt preist für September eine entspanntere malaysische Bilanz ein. Die MPOA meldete für den 1. bis 20. September eine um fast 19 % höhere Produktion, Ladungsinspektoren bezifferten den Rückgang der Exporte für den 1. bis 25. September auf 15 %, und die malaysischen Bestände dürften bis Monatsende auf über 3,1 Millionen Tonnen steigen.
Der Rest des Komplexes folgte. CBOT-Sojaöl rutschte von 68,32 auf 67,11 US-Cent je Pfund, und November-Sojabohnen fielen um 3 % auf 1.288 US-Cent je Bushel, während die US-Ernte anläuft. Das Treffen von Trump und Xi brachte Soja keine Unterstützung: China nahm Sojabohnen nicht in seine Liste der Zollsenkungen auf, sodass ein Zusatzzoll von 10 % bestehen bleibt, und kündigte keine neuen Kaufzusagen an. MATIF-Raps fiel im Sog von Soja um 3,4 % auf 537 EUR je Tonne, während Rohsonnenblumenöl um 3,9 % nachgab, belastet von der laufenden Ernte und von der Hoffnung, dass die Logistik im Schwarzen Meer wiederhergestellt wird, auch wenn die Lage vor Ort nicht positiv aussieht.
Indonesien bringt politische Unsicherheit ins Spiel
Die indonesischen Palmöllieferungen lagen für den 1. bis 20. September 27,5 % unter dem Niveau des gleichen Zeitraums im August, und die indonesische Politik bleibt ein großer Unsicherheitsfaktor. Am 22. September verabschiedete das Land ein Agrarreformgesetz, das die Konzentration von Landbesitz und dessen Umverteilung regelt. Laut öffentlicher Berichterstattung über den Gesetzestext müssen Inhaber von Plantagengenehmigungen mindestens 20 % der betreffenden Flächen für eine Umverteilung bereitstellen, eine Pflicht, die durch eine gleichwertige Gewinnbeteiligung von 20 % ersetzt werden kann. Obergrenzen für Landbesitz stehen noch nicht fest. Um die Folgen für bestehende Plantagenbetreiber abschätzen zu können, muss sich noch zeigen, welchen Geltungsbereich die Bestimmung hat und wie sie angewendet wird.
Wann Vesper die Wende bei Palmöl erwartet
Vespers Analysten erwarten, dass die Palmölpreise bald nicht mehr fallen, da sie bereits auf einem Dreimonatstief liegen. Im Oktober ist ein weiterer Rückgang möglich, doch für November und Dezember rechnen sie mit einer Umkehr, getragen von einer voraussichtlich schwachen Produktion und der B50-Nachfrage in Indonesien, und Branchenquellen kalkulieren für 2027 bereits einen Rückgang der weltweiten Palmölproduktion um 2 bis 3 Millionen Tonnen ein. Indien hat zudem seine Einfuhrzölle auf Pflanzenöle gesenkt, was die Käufe stützen dürfte. Für Sojaöl ist die Einschätzung für den ersten Teil des vierten Quartals bärisch, mit einer Erholung gegen Jahresende, und es bleibt abzuwarten, was die Fonds mit ihren großen Long-Positionen machen, nachdem das Treffen die Soja-Bullen enttäuscht hat.
Die vollständige Analyse enthält quartalsweise Ausblicke für Palm-, Soja-, Raps- und Sonnenblumenöl sowie für Kokosöl, Palmkernöl und Olivenöl.


