Die Preise für Cashewkerne bewegen sich in einer stabilen Spanne, doch mehrere Entwicklungen an den Ursprüngen legen einen festen Boden unter den Markt und begrenzen das physische Angebot für die kommenden Monate.
Die lokalen Ernten in Westafrika und Asien sind abgeschlossen. Die Preise für Rohcashews bleiben hoch, was den Verarbeitern schmale Margen und sehr wenig Spielraum lässt, die Kernpreise zu senken. Geringere Ausbeuten und Qualitätsprobleme bedeuten zudem, dass weniger große Sortierungen anfielen, sodass die physische Verfügbarkeit von WW180 und WW240 knapp ist und deren Aufschläge weiter ausfallen als üblich.
Die Sorge mit Blick nach vorn gilt dem Wetter. Aktuelle Berichte des International Nut and Dried Fruit Council und der WMO bestätigen ein außergewöhnlich starkes El-Niño-Ereignis, das voraussichtlich bis Anfang 2027 anhält und den wichtigsten Anbauregionen im kritischen Blühfenster von November bis Januar Dürre und Risiken durch Wetterextreme bringt. Angesichts dieser Unsicherheit agieren die Verarbeiter vorsichtig und zögern, sich auf langfristige Terminkontrakte festzulegen, bis die Auswirkungen auf die neue Ernte klarer sind.
Die Verschiffung ist der zweite Engpass. Die Verarbeitung in Vietnam verlangsamt sich zum Jahresende hin naturgemäß, und die Schließung zum Mondneujahr legt die Fabriken still und stoppt die Verschiffungen von Mitte Januar bis Ende Februar, sodass die Optionen für Ankünfte Anfang 2027 begrenzt sein werden. Global Trading empfiehlt, sich bis einschließlich des ersten Quartals 2027 einzudecken, wenn die neue Ernte der Nordhalbkugel eintrifft und die Richtung vorgibt.
Macadamianüsse geraten aus einer neuen Richtung unter Druck
Der Markt für Macadamianüsse bleibt schwach, und ein neuer Faktor kommt hinzu: die Ernte von Macadamia in der Schale aus China. Die Mengen wirken beträchtlich, da neue Bäume in den Ertrag kommen, allerdings gibt es Bedenken sowohl bei der Qualität als auch beim Zeitpunkt, weil sich die Ernte wetterbedingt später als üblich verschiebt. Guangxi im Süden Chinas ist am stärksten betroffen, Yunnan in geringerem Maße, wobei Yunnan auch nach Verbesserungen der Erntemethoden die wetterempfindlichere Region bleibt.
Auf der Nachfrageseite zeigen sich erste positive Signale. Die US-Kernbestände bauen sich allmählich ab, was Einkäufer für neue Abschlüsse zurück an den Markt bringt, und in anderen Märkten zieht das Interesse leicht an, weil niedrigere Preise neue Einkäufer anlocken. Die Verfügbarkeit aus den diesjährigen Ernten ist weiterhin mehr als ausreichend, sodass die Preise unter strukturellem Druck bleiben, und Global Trading erwartet, dass das in den kommenden Monaten so bleibt. Eine Wende in der Stimmung hängt an frischer Nachfrage, nicht am Angebot. Global Trading rät Einkäufern, den Markt genau zu beobachten, kurzfristige Positionen einzudecken und darauf zu achten, dass sie Ware der Ernte 2026 kaufen.
Quelle: Global Trading, unter Berufung auf INC und WMO.


