Der Cattle-on-Feed-Bericht des USDA vom Freitag fiel noch schwächer aus als selbst die pessimistischsten Erwartungen. Die September-Einstallungen lagen unter 1,78 Millionen Tieren und damit mehr als 12 % unter dem Vorjahresmonat, während Analysten im Schnitt einen Rückgang um 8,3 % erwartet und LEAP Market Analytics selbst mit 9,2 % gerechnet hatten. Die Zahl lag knapp unter dem unteren Ende der veröffentlichten Schätzspanne.
Gemessen an LEAPs Modell dazu, wie viele Fresser als Ersatz hätten verfügbar sein müssen, blieben die September-Einstallungen um knapp 229.000 Tiere zurück, nach einer Lücke von 260.000 Tieren im August. Das sind zwei der größten Lücken seit Beginn der Aufzeichnungen, und das in zwei aufeinanderfolgenden Monaten.
Der Grund ist finanzieller Natur. Die Mastbetriebe verloren schon im Spätsommer gemessen am Kassamarkt mehr als 400 USD je Tier, inzwischen sind es rund 500 USD. Am Futter liegt es nicht: Das USDA hatte die Verfütterung von Mais im Wirtschaftsjahr 2025/26 überschätzt und die Sommererträge zu vorsichtig angesetzt, und die Korrekturen haben die Endbestände der neuen Ernte um mindestens 300 bis 400 Millionen Bushel erhöht. Belastend ist vielmehr der Aufpreis, den die Mäster für Ersatztiere zahlen, während der Markt für schlachtreife Rinder seit der Jahresmitte stockt.
Das erkennbare Kalkül besteht darin, die Einstallungen so weit zu drosseln, dass auf den nachgelagerten Stufen ein Engpass entsteht und die Preise für schlachtreife Ochsen steigen. LEAP sieht dafür nur begrenzten Spielraum, da die Schlachtbetriebe bei schwacher Nachfrage kaum noch deutlich höhere Kosten schlucken werden, ohne Kapazitäten zu schließen. Wahrscheinlicher wandert der Druck auf die vorgelagerten Stufen, weil sich in Mutterkuh- und Vormastbetrieben ein Rückstau aufbaut, der auf die Preise für leichtere Tiere drückt. So gelesen wirken die Fresser-Futures, vor allem die späteren Kontrakte, überhitzt.
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