Kaffee-Futures im meistgehandelten Dezember-Kontrakt legten im Wochenvergleich um 23,75 US-Cent zu und schlossen bei 3,4165 USD je Pfund, wobei eine einzelne Sitzung mit einem Plus von 5,72 % den Großteil der Bewegung lieferte. Damit erreichten die Preise ein Hoch von 342,55, ein Niveau, das seit der Rekord-Rally von 11,6 % am 9. Juli nicht mehr gesehen wurde. Sucafina hatte das Gegenteil erwartet und eine Drift unter 3,10 USD vorhergesagt, da der Spread zum nächstfälligen Kontrakt seinen Einfluss auf den Dezember verlor. Das Wochentief lag bei 315.
Was diese Entwicklung antreibt, ist keine Kaffeeknappheit. Sucafina merkt an, dass der Markt weitgehend einig ist, dass Arabica-Kaffee in dieser Saison im Überschuss liegt. Die Sorge gilt den Börsenbeständen. Die ICE-zertifizierten Bestände liegen bei 226.242 Sack, nahe an den im November 2023 erreichten Tiefstständen, und ein Rückgang darunter würde sie auf den niedrigsten Stand seit 1999 bringen. Für sich genommen wäre das nicht weiter bedeutsam. Die Komplikation liegt im Zeitpunkt: Die EU-Entwaldungsverordnung tritt im Januar 2027 in Kraft und bringt einen zusätzlichen Verwaltungsaufwand für die Zertifizierung neuer brasilianischer Bestände in Europa mit sich, sodass allen, die zertifizierte Bestände bis Dezember wieder aufbauen wollen, nur noch wenige Monate zum Kauf und Versand bleiben.
Ungeklärt bleibt, wohin der bereits gekaufte Kaffee tatsächlich fließt. Da die Ernte 2026/27 sich dem Abschluss nähert, wurde ein erheblicher Teil zu Preisen gehandelt, die eine Andienung an die Börse lohnend machen würden, oder darunter lagen. Ob diese Partien an die Börse oder, im Rahmen bestehender Verpflichtungen, an Röster gehen, ist der Kern der Debatte, und genau das nährt die Sorge, dass die zertifizierten Bestände bis zum Verfall im Dezember nicht wieder aufgebaut werden.
Sucafina ist nicht überzeugt. Das Haus geht davon aus, dass mehr Kaffee aus Brasilien abfließt und dass der Überschuss der Saison 2026/27 mehr als ausreicht, um die weltweite Arabica-Nachfrage beim aktuellen Preisniveau zu decken. Es gibt zudem einen zweiten Druckpunkt: Selbst eine Partie, die nicht für ICE zertifiziert werden kann, lässt sich weiterhin absichern, sodass Farmer, die Futures gegen ihre Ernte verkaufen, dem Markt zusätzliches Gewicht verleihen, während die Vermarktung der Ernte ihren Lauf nimmt.
Damit bleibt ein Markt, der auf eine Bestandszahl reagiert, während das Angebotsbild in eine andere Richtung weist. Sucafina hält an derselben Einschätzung fest, die sie bereits eine Woche zuvor vertreten hat, und das ist eine konkrete Einschätzung.


