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El-Niño-Risiko erfasst die Zuckeranbaugebiete und hebt die Preise

Die Zucker-Futures stiegen um 3,8 %, da sich El Niño verstärkt und Ernten in Brasilien, Indien, Thailand und der EU bedroht, während die Bilanz enger wird.

Megan Hidden
Megan HiddenMarketing-Koordinatorin
5. August 20262 Min. Lesezeit

Die Futures für Rohzucker stiegen in der vergangenen Woche um 3,8 % und handeln nun über 15 US-Cent je Pfund, wobei der Oktober-Kontrakt ICE No.11 bei 15,04 US-Cent/lb und der Oktober-Kontrakt No.5 für Weißzucker bei 473 USD/mt lag. Die Gewinne kamen zustande, weil Spekulationen über Zeitpunkt und Umfang indischer Zuckerimporte die Käuferseite stützten, auch wenn der Höhepunkt der brasilianischen Rohrernte den Preisanstieg begrenzte.

Der größere Treiber ist das Wetter. Die Weltorganisation für Meteorologie erklärt, El Niño verstärke sich und werde die globalen Klimamuster bis Oktober bestimmen, und UN-Generalsekretär António Guterres formulierte es unverblümt: “Es ist im Haus und dreht die Hitze auf.” In Brasilien wird anhaltender Regen, den die Märkte zunächst als Schub für spätere Erträge lasen, zunehmend als Bremse für den Erntefortschritt gesehen: Die Rohrvermahlung im Center-South lag in der zweiten Junihälfte 28,4 % unter dem Vorjahr, die Zuckerproduktion 44,2 %. In Europa belasten Hitze und Trockenheit die Rübenerträge, genau während die Europäische Kommission für 2026/27 einen Produktionsrückgang von 15 % gegenüber dem Vorjahr wegen kleinerer Anbaufläche und niedrigerer Erträge prognostiziert; der EU-eigene Erntemonitor senkte seine Rübenertragsprognose in diesem Monat erneut, wobei Frankreich vom Hitzestress am stärksten getroffen wurde. Indien und Thailand stehen vor eigenen Wetterrisiken, und die indischen Inlandspreise für Zucker sind bereits um 17 % gestiegen, während die Behörden erwägen, weniger Zuckerrohr in die Ethanol-Produktion umzuleiten, um die Versorgung zu sichern.

In den USA ist das Bild ähnlich knapp. Das WASDE-Update des USDA vom Juli kürzte die Schätzung der Zuckerproduktion 2026/27 wegen einer kleineren erwarteten Rübenerntefläche, ein Defizit, das die Behörde durch höhere Importe ausgleichen dürfte, um ihr Zielverhältnis von Beständen zu Verbrauch zu halten. Die Rohranbauer in Louisiana kämpfen zudem mit einem Schmierlausbefall, dessen Ausmaß für die Ernteverluste noch nicht klar ist.

Die globalen Bilanzprognosen für 2026/27 spannen weiterhin einen weiten Bogen, von einem moderaten Defizit von 300.000 Tonnen bis zu mehr als 3 Millionen Tonnen, doch die Richtung zeigt in allen großen Erzeugerregionen inzwischen gleich: enger. Die Positionierung am Futures-Markt spiegelt dennoch eine gewisse Vorsicht, denn die Fonds bauten in der Woche zum 28. Juli ihre Netto-Short-Positionen aus, obwohl sich die physischen Fundamentaldaten festigen.

Dieser Nachrichtenartikel ist Teil einer umfassenderen Vesper-Marktanalyse zum globalen Zuckermarkt. Die vollständige Marktanalyse finden Sie unter: https://app.vespertool.com/market-analysis/3299