Die globale Nachfrage nach Hygienepapieren verlief im Mai laut den jüngsten Market Highlights von EMGE regional äußerst uneinheitlich, und die Spaltung reicht tiefer als eine einfache regionale Abkühlung. In Westeuropa und Nordamerika gab die Nachfrage moderat nach, da die Preise nicht weiter stiegen und Abnehmer den Lageraufbau zurückfuhren. In China, Japan und Korea zeigt sich das Gegenteil: Die offiziellen Produktionszahlen weisen auf zweistellige Mengenzuwächse gegenüber dem Vorjahr hin.
Dieses Wachstum wird nicht von der Nachfrage getragen. Die Quellen von EMGE in China berichten, dass die Werke ihre Maschinen laufen lassen, um sie am Laufen zu halten, selbst wenn das bedeutet, unter der Rentabilitätsschwelle zu verkaufen. China hat im zweiten Halbjahr 2025 fast 400.000 Tonnen Jahreskapazität für Hygienepapiere hinzugefügt, und ein erheblicher Teil dieser neuen Produktion wandert direkt in die Werkslager statt in den Verbrauch. Die Nachfrage nach Hygienepapieren ist eine der schwankungsärmsten Kategorien überhaupt: Haushalte, Büros und Pflegeeinrichtungen verbrauchen ohne Gesundheitskrise nicht plötzlich deutlich mehr davon, sodass das gemeldete Wachstum nicht zum tatsächlichen Verbrauch passt. Die asiatischen Preise hatten ihren Höhepunkt bereits im Februar erreicht und gaben lange vor Mai wieder nach, ein Zeichen dafür, dass das Wachstum von den Werken und nicht von den Verbrauchern ausgeht.
Die Auslastungsquoten zeigen dasselbe Ungleichgewicht aus einem anderen Blickwinkel. Westeuropa lag im Mai bei einer Auslastung von 80 %, Nordamerika bei 85 %, beides im Einklang mit der schwächeren Nachfrage in diesen Regionen. China, Japan und Korea kamen auf lediglich 71 %, der Rest der Welt auf 69 %, niedrige Quoten, die schlecht zum gemeldeten Produktionswachstum passen und darauf hindeuten, dass die Kapazität dem vorauseilt, was der Markt tatsächlich aufnehmen kann. Für Einkäufer heißt das: Das asiatische Angebot an Hygienepapieren wirkt besser verfügbar, als die Wachstumszahlen der Schlagzeilen vermuten lassen, während Westeuropa und Nordamerika zwischen Angebot und tatsächlich vorhandener Nachfrage besser im Gleichgewicht bleiben.


