Die Futures für Kaffee legten laut Sucafinas jüngstem Marktbericht im Wochenverlauf um 4 US-Cent zu und schlossen im meistgehandelten Dezember-Kontrakt bei 3,179 USD je Pfund. Die Bewegung kam eine Woche später, als Sucafina erwartet hatte, als das Haus eine Rally in Richtung 3,25 USD ausrief, doch der zugrunde liegende Treiber hat sich nicht verändert: eine wachsende Kluft zwischen der scheinbaren Knappheit im nahen Termin und der tatsächlichen Größe der hereinkommenden brasilianischen Ernte.
Am deutlichsten zeigt sich diese Knappheit im Terminspread. Der Aufschlag des nächstfälligen Kontrakts gegenüber der Dezember-Position ist weiter gestiegen und liegt nun bei 31 US-Cent, ein Zeichen dafür, dass günstiger, ICE-zertifizierter Arabica knapp ist: Die zertifizierten Bestände sind unter 250.000 Sack gefallen. Solange frischer brasilianischer Kaffee diese zertifizierten Bestände nicht auffüllt, erwartet Sucafina, dass sich der Spread weiterhin so verhält.
Das Gegengewicht ist Brasiliens Ernte selbst. Die Arabica-Ernte gilt zu 90 % als abgeschlossen und hat damit ihr saisonales Tempo im Wesentlichen eingeholt, wobei überwiegend minderwertigere, zu Boden gefallene Kirschen übrig sind. Damit halten brasilianische Farmer weiterhin eine große Menge Kaffee, die sie noch nicht verkauft haben, und das aktuelle Exporttempo deutet darauf hin, dass nur das Nötigste gebucht wird, um den kurzfristigen Bedarf der Röster zu decken. Entscheiden sich die Landwirte, diesen unverkauften Kaffee über den Verkauf von Futures zu bepreisen, würde der daraus entstehende Verkaufsdruck jedem Rally-Versuch entgegenwirken.
Sucafina erwartet, dass die kurzfristige Knappheit den Dezember-Kontrakt von hier an nicht mehr treibt, und rechnet in dieser Woche mit fallenden Futures, die möglicherweise unter 3,10 USD je Pfund schließen. Für Einkäufer ist die Konstellation eine Erinnerung daran, dass ein eng wirkender Spread und ein schwacher Outright-Preis nebeneinander bestehen können, wenn eine große, nur langsam verkaufte Ernte dahintersteht.


