Altspeiseöl führte seit Vespers Bericht von Mitte Juli eine breite Aufwärtsbewegung im Biodiesel-Komplex an. Altspeiseöl CIF ARA zog um 18,7 % an und damit deutlich stärker als der Rest des Felds, während Altspeiseöl EXW Niederlande 3,0 % zulegte.
Der breitere Komplex folgte dem Energiemarkt nach oben. Gasöl LS zog am 25. August um 9,6 % auf 1.243 USD/mt an. Die Biokraftstoffqualitäten FOB ARA bewegten sich mit: FAME 0 plus 10,7 %, UCOME plus 9,8 % und FAME -10 plus 13,9 %. Auf der Seite des hydrierten Pflanzenöls legte Ware auf Basis von Talg um 14,6 % zu, auf Basis von Altspeiseöl um 9,5 % und auf Basis von Pflanzenöl um 3,7 %.
Die Schifffahrt durch die Straße von Hormus ist unterdessen fast vollständig zum Erliegen gekommen. Die auslaufenden Durchfahrten fielen am 24. August auf null, bei nur vier einlaufenden Schiffen, womit der Gesamtverkehr bei etwa 3 % des Vorkriegsniveaus liegt. Die Absichtserklärung zwischen den USA und dem Iran vom 18. Juni lief am 18. August ohne Einigung aus. Oman vermittelt nun: Außenminister Badr Albusaidi traf am 24. August in Teheran ein, und eine gemeinsame Erklärung des Iran und des Oman schlug tags darauf einen vorübergehenden gemeinsamen Seekorridor sowie ein gemeinsames Minenräumprojekt vor, während die technischen Gespräche über eine dauerhafte Verkehrsregelung weiterlaufen.
Die Handelsströme bei Altspeiseöl haben sich regional aufgespalten. Chinas Exporte erreichten von Januar bis Juli 2.231.305 mt und lagen damit 54,8 % über dem Vorjahr, wobei allein der Juli mehr als das Doppelte des Vorjahresmonats erreichte. Die EU-Importe gaben im selben Zeitraum um 2,4 % nach. Die US-Einfuhren sanken im ersten Halbjahr um 40,3 %, was weiterhin die Zölle auf chinesisches Altspeiseöl widerspiegelt, auch wenn der Rückgang damit geringer ausfällt als die 58,2 % im Zeitraum Januar bis April.
Die deutsche Nachfrage ist der andere deutliche Treiber. Der HVO-Verbrauch erreichte in den ersten fünf Monaten 2026 laut UFOP 270.700 t gegenüber 64.900 t ein Jahr zuvor, getragen von einer Treibhausgasminderungsquote, die von 10,6 % auf 12 % steigt, vom Wegfall der Doppelanrechnung für abfallbasierte Biokraftstoffe zum 1. Januar und von neuen Regeln, die den Übertrag überschüssiger Quoten unterbinden. Daten des BAFA zeigen, dass die kombinierte Beimischung von Biodiesel und HVO im April erstmals 10 % überschritten hat. Deutschland hat der Europäischen Kommission zudem am 10. August einen Gesetzentwurf vorgelegt, der in Betrugsfällen den rückwirkenden Entzug von Nachhaltigkeitszertifikaten für Biokraftstoffe erlauben würde, mit einem möglichen Inkrafttreten im Oktober.
Die US-Politik zog in die andere Richtung. Die Preise für RIN-Zertifikate fielen am 24. August, nachdem die EPA die Erfüllungsfrist vom 1. September verlängert und signalisiert hatte, bis Monatsende über 34 anhängige Anträge auf Ausnahmen für kleine Raffinerien zu entscheiden. D6-RINs für konventionelles Ethanol wurden bei 1,75 USD gehandelt, 34 Cent tiefer und damit auf dem niedrigsten Stand seit dem 15. April, während D4-RINs für biomassebasierten Diesel auf rund 1,92 USD nachgaben. Europäische Vorgaben und der Wert der US-RIN-Zertifikate ziehen die Rohstoffnachfrage nun vor dem vierten Quartal in unterschiedliche Richtungen.


