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Erklärt: Wie Verbrauchererwartungen den Einkauf von Clean-Label-Zutaten antreiben

Clean Label wird für Einkaufsteams immer wichtiger, weil Verbraucherwünsche und Gesundheitstrends den Beschaffungsmarkt lenken.

Vesper Team
Vesper TeamResearch-Team
7. Oktober 20253 Min. Lesezeit

Der Begriff „Clean Label“ bedeutet für die Akteure der Lebensmittel- und Getränkeindustrie oft Unterschiedliches.

Trotzdem wird er für Einkaufsteams zu einem immer wichtigeren Feld, denn der Verbraucherwunsch nach „zusatzstofffrei“ oder „frei von künstlichen Zutaten“ drängt die Lebensmittelbranche weiter dazu, natürlichere und gesündere Zutaten zu beschaffen.

Die Komplexität und Undurchsichtigkeit des Begriffs rühren vor allem von einer fehlenden formalen regulatorischen Definition und von weltweit unterschiedlichen Auffassungen her. Getrieben wird der Clean-Label-Markt in erster Linie von der Wahrnehmung der Verbraucher, weshalb Einkäufer die sich wandelnden Verbraucherpräferenzen genau verfolgen müssen, um vorne zu bleiben.

Ein wachsender Sektor

Ein zentrales Element dieses wachsenden Trends ist, dass Kunden die Zutaten auf ihren Etiketten verstehen wollen, um bewusstere, ethischere und besser informierte Entscheidungen zu treffen. Nach Angaben von Data Bridge Market Research wird der globale Clean-Label-Markt voraussichtlich mehr als 90 Milliarden US-Dollar bis 2032 wert sein.

Die Untersuchung legt nahe, dass Lebensmittelhersteller ihre Produkte mit Clean-Label-Zutaten neu formulieren. Sie sieht außerdem einen Trend unter Lebensmittelunternehmen, Technologie zu nutzen, um natürliche Zutaten zu beschaffen und zu verarbeiten.

Bekannt wurde der Clean-Label-Sektor Ende der 1990er-Jahre, getragen vom Wunsch der Kundschaft, Zusatzstoffe, E-Nummern und künstliche Farbstoffe aus Produkten zu entfernen.

Der Begriff geht auch Hand in Hand mit Nachhaltigkeit und dem boomenden Markt für Gesundheit und Wohlbefinden. Mit dem Aufkommen der GLP-1-Medikamente deuten die Signale darauf hin, dass Kunden zunehmend gesundheitsbewusster werden. Zu den großen Akteuren im Clean-Label-Sektor zählen unter anderem Cargill, ADM, BENEO, Corbion und Tate & Lyle.

Tate & Lyle etwa positioniert sich so, dass es „das Clean-Label-Gespräch in Transparenz verschiebt“. Entscheidend ist: Das Unternehmen sagt, es wolle sich darauf konzentrieren, Kunden dabei zu helfen, die Zutaten zu verstehen, die sie kaufen und einsetzen. Es verweist auf Untersuchungen, die darauf hindeuten, dass 84 % der Verbraucher weltweit Zutatenlisten lesen.

Natürlich müssen Einkäufer die Produktfolgen bedenken, die der Einsatz natürlicherer Zutaten mit sich bringt. So haben manche Produkte ohne künstliche Konservierungsstoffe auch eine kürzere Haltbarkeit, was zum Verderb der Produkte führt.

Die richtige Balance zu finden ist der Drahtseilakt, den Einkäufer bewältigen müssen: die Auswirkungen auf Produkte und Lieferketten abzuschätzen und zugleich die Erwartungen und Ansprüche der Verbraucher zu erfüllen.

Entwicklung in der Zukunft

Klar ist: Der Markt steht nicht still, und von Lebensmittelherstellern wird in diesem Bereich mehr erwartet. Kunden wollen leicht erkennbare Zutaten auf der Rückseite der Produkte, und manche nutzen zudem QR-Codes, um in die Details der Lieferkette einzutauchen und sich zu vergewissern, dass diese verantwortungsvoll beschafft wurden.

Die Herausforderung für die Branche ist gewaltig. Manche Zutatenbezeichnungen auf Etiketten mögen „zu wissenschaftlich“ wirken und für manche Kunden als „nicht sauber genug“ gelten. Umgekehrt könnten dieselben Zutaten als „gesund genug“ angesehen werden, wären die verwendeten Wörter erkennbarer. Letztlich wollen Verbraucher Wissen und Vertrautheit, um sich handlungsfähig zu fühlen.

Was heißt das also für Einkaufsteams und Hersteller? Die Wissenschaft mag bei bestimmten Zutaten eindeutig sein, doch am Ende hat die Stimmung der Verbraucher enormes Gewicht.

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