
Die Märkte für Zucker und Süßungsmittel zeigten 2024 deutlich rückläufige Preistrends, im scharfen Gegensatz zu den Rekordhöhen von 2023. Sowohl natürliche als auch künstliche Süßungsmittel verzeichneten spürbare Rückgänge, wenn auch mit unterschiedlicher Dynamik über die Produktsegmente hinweg.
Die Preise für Weißzucker gaben deutlich nach und sanken weltweit um 17 % und in Europa um 34 %, getragen von verbesserten Produktionsfundamentaldaten. Die europäische Zuckerproduktion stieg im Wirtschaftsjahr 2024/25 auf 16,9 Millionen Tonnen, gestützt von einer um 7 % größeren Rübenaussaat. Rekordexportmengen, die höchsten seit fünf Jahren, halfen, das regionale Überangebot abzubauen, auch wenn Pflanzenkrankheiten am Jahresende, die den Zuckergehalt beeinträchtigten, den Preisen etwas Halt gaben.
Die Märkte für Rohzucker folgten einem ähnlichen Verlauf, zeigten aber größere Schwankungen, mit einem Preisrückgang von 10 % im Jahresvergleich. Frühe Sorgen über eine geringere Produktion im Zentrum-Süden Brasiliens legten sich im Saisonverlauf, während indische Exportbeschränkungen und thailändische Produktionsprobleme zeitweise Spannungen am Markt erzeugten.
Das Segment der alternativen Süßungsmittel verzeichnete breit angelegte Rückgänge, wobei natürliche Süßungsmittel im Schnitt um 4 % und künstliche um 7 % nachgaben. Bemerkenswert ist, dass die Preise für Aspartam angesichts veränderter Verbraucherpräferenzen und zunehmender Konkurrenz durch natürliche Alternativen um 15 % sanken. Maissirup mit hohem Fruktoseanteil und andere Glukose-Produkte profitierten von Produktionsausweitungen in China und Indien, was für industrielle Anwender günstige Bedingungen schuf.
2025 steht die Branche vor veränderten Rahmenbedingungen, da die derzeit niedrigen Zuckerpreise die Anbauentscheidungen europäischer Landwirte beeinflussen und möglicherweise zu einer kleineren Rübenfläche zugunsten rentablerer Kulturen führen können. Brasiliens Zuckererzeugung dürfte stark bleiben, während für Thailand ein Produktionsanstieg von 18 % prognostiziert wird. Die Nachfragemuster der Hersteller könnten sich jedoch verschieben, da sich die Verbraucherpräferenzen weiter entwickeln, insbesondere in entwickelten Märkten, wo Gesundheitsbewusstsein das Interesse an alternativen Süßungslösungen antreibt.
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