Die Weizen-Futures an der Euronext für Dezember gaben in zwei Wochen um rund 8 % nach. Berichte über ein mögliches Schwarzmeer-Abkommen drückten die Preise, ebenso die Erwartung eines Treffens zwischen Russland, der Ukraine und den USA im November. Belastend wirkten zudem die stärkeren russischen Exporte im Oktober und die Nutzung des Hafens Murmansk. Auch die US-Weizen-Futures gaben nach.
Die Gespräche könnten ins Leere laufen. Russlands stellvertretender Außenminister sagte, derzeit gebe es keine Aussichten auf eine Wiederbelebung des Schwarzmeer-Getreideabkommens, und unser Analyst rechnet damit, dass das Treffen im November womöglich keine greifbaren Ergebnisse bringt. Angesichts der derzeit relativ niedrigen Preise könnte ein ergebnisloses Treffen ein Aufwärtsrisiko für die Preise bedeuten, auch wenn die Bären versuchen könnten, die Preise vor dem Treffen weiter zu drücken.
Mais bewegte sich gegenläufig. Die Maispreise an der Euronext stiegen auf Wochensicht um rund 3 %, während der EU-Ernteüberwachungsdienst MARS seine Prognose für den durchschnittlichen Maisertrag in der EU auf 9 % unter den Fünfjahresdurchschnitt senkte. Die französische Maisernte war bis zum 19. Oktober zu 97 % abgeschlossen. Unser Analyst glaubt, dass die Preise ihren Höhepunkt offenbar erreicht haben, und erwartet mit fortschreitender Ernte eine Korrektur, wobei die geringere Erzeugung in der EU und die langsameren ukrainischen Exporte die Preise stützen.
Die Aussaat für 2027 verläuft ungleichmäßig. Französische Landwirte hatten bis zum 19. Oktober 45 % der geplanten Fläche für Weichweizen bestellt, gegenüber 53 % ein Jahr zuvor, und der ukrainische Agrarminister sagte, die Weizenfläche könne im kommenden Jahr um 15 % bis 17 % zurückgehen. Bei Gerste sieht der FAS des USDA die australische Gerstenproduktion nun mit 17,7 Millionen Tonnen zum zweiten Mal in Folge auf Rekordniveau, und Australiens Ernte könnte in diesem Quartal auf die Preise drücken.
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